StLu-Band 18 - Wallmann: Luthers Judenschriften -eBook
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Johannes Wallmann
Martin Luthers Judenschriften
Studienreihe Luther Band 18
2. durchgesehene und erweiterte Auflage
216 Seiten | 15,2 x 22,2 cm
Paperback
ISBN 978-3-7858-0718-7
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Dieser Band enthält eine Interpretation von Martin Luthers sog.
Judenschriften, dazu erstmals eine Rezeptions- und Wirkungsgeschichte
von Luthers Judenschriften vom 16. Jahrhundert über die Frühe Neuzeit
bis zum Dritten Reich. Professor Dr. Johannes Wallmann führt hier
weiter, was er zum 500. Geburtstag Luthers 1983 im Haus des American
Jewish Committee in New York bei einer Tagung Martin Luthers
Quincentenary: New Beginnings for Lutherans and Jews zur Rezeption der
Judenschriften Luthers vorgetragen hat.
Der Band zeigt, dass der
Altprotestantismus vor dem Dreißigjährigen Krieg von Luthers
antijüdischen Spätschriften, vor allem Von den Juden und ihren Lügen,
geprägt war, dass sich aber der Neuprotestantismus nach dem Krieg
bewusst davon abwandte. Von Pietismus und Aufklärung bis ins späte 19.
Jahrhundert hat man sich an Luthers frühe judenfreundliche Schrift Daß
Jesus Christus ein geborner Jude sei gehalten, jene späte Schrift
kritisiert und in Vergessenheit fallen lassen.
Erst in der Bewegung des Antisemitismus am Ende des 19. Jahrhunderts
wurde Von den Juden und ihren Lügen wiederentdeckt. Der nationalistische
Lutherkult des Kaiserreichs (Luther, der größte Deutsche) hat die
Kritik an dieser Schrift verstummen lassen.
Antisemiten und die
völkische Bewegung, später die Nationalsozialisten haben sich für ihren
Kampf gegen das Judentum auf Luther berufen. Das wird anhand einer
Vielzahl teilweise unbekannter Quellen nachgewiesen. Der Band
verifiziert die von Wallmann zum Reformationsfest 2013 aufgestellte
These: Die Evangelische Kirche verleugnet ihre Geschichte.