StLu-Band 17 - Jähnichen / Maaser: Ethik Luthers -eBook
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Traugott Jähnichen, Wolfgang Maaser
Die Ethik Martin Luthers
Studienreihe Luther 17
224 Seiten
ISBN
978-3-7858-0832-0
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Der
evangelische Glaube soll sich im Alltag der Welt bewähren. Luther hat
in Abgrenzung zu jedem monastischen Ideal – so das klassische Urteil
Wilhelm Diltheys – ein „menschlich volles Ideal“ proklamiert, „welches
die ganze menschliche Lebendigkeit in das religiöse Verhältnis aufnimmt
und in ihm zur christlichen Vollkommenheit erhebt“. Obwohl Luthers
Wirkung sowohl auf die individuelle Lebensführung als auch auf die
gesellschaftlichen Ordnungen unbestritten ist, kommt ihm für die
protestantische Ethik eine eher geringe Bedeutung zu. Seit der
Reformationszeit warf man ihm immer wieder vor, dass seine Theologie
letztlich die Ethik überflüssig mache. Luther habe das Gewicht so sehr
auf den Glauben gelegt, dass alle Werke und Leistungen des Menschen ohne
Bedeutung zu sein scheinen. Demgegenüber zeigt dieser Band, dass sich
die Grundstrukturen, die Umrisse und die Arbeitsweise seiner Ethik
deutlich konturieren und exemplarisch auf heutige ethische Diskurse
anwenden lassen.
Luther war Schrifttheologe in dezidiertem Sinn.
Daher begleitet die angemessene Rezeption und theologische Verarbeitung
biblischer Normen sowie die Auseinandersetzung mit ihrer
missbräuchlichen Verwendung die theologische Entfaltung seiner
normativen Begründungen. Ethik ist insofern stets Teil einer Hermeneutik
der biblischen Orientierungen. Sie lässt sich nicht in ein Schema von
Prinzipien fassen. Luthers Ethik ist vielmehr als eine „inventionale
Ethik“ zu verstehen, die aus ihrem religiösen Selbstverständnis heraus
schöpferisch mit vorgegebenen Normen umgeht wie auch neue Normen
entwickelt.