StLu-Band 11 - Benedict: Reformation und Denkfreiheit - eBook
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Hans-Jürgen Benedict
Reformation und Denkfreiheit
Geistreiche Religionskritik von Heine bis Brecht
Studienreihe Luther 11
216 Seiten
ISBN
978-3-7858-0826-9
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Luthers Wiederentdeckung der Bibel und der Gnadentheologie
bewirkte, dass die Religion noch einmal die treibende Kraft in den
politischen Auseinandersetzungen des 16. und 17. Jahrhunderts wurde.
Zugleich kam mit der Reformation eine neue Denkfreiheit, die es
erlaubte, Glaubensinhalte distanziert zu hinterfragen, Religiös-Ernstes
heiter und kritisch zu betrachten.
In der modernen säkularen
Gesellschaft sind die Inhalte des Christentums schwer vermittelbar
geworden, die Institution Kirche steht insgesamt in der Kritik. Wie
können Christen mit dieser abnehmenden Bedeutung ihres Glaubens nicht
gekränkt umgehen? Können sie ein heiter-kritisches Verhältnis zu den
Inhalten ihres Glaubens entwickeln?
Eine Möglichkeit, Glaube und
Ironie konstruktiv zu verbinden, findet sich zuerst bei Heinrich Heine,
der gemeinhin nur als spöttischer Kritiker des Christentums gilt. Thema
ist u.a. „Luther als kompletter Mensch“. Ergänzt wird Heine durch Eduard
Mörike mit seinen heiteren Pastoralgedichten, Wilhelm Buschs Spott über
die Frommen, Bertolt Brechts Rückgriff auf das Lutherdeutsch der Bibel
und seine Kritik an christlicher Vertröstung und Peter Rühmkorfs
welthaltiges Lob des Lebens. Und als französische Zugabe: Gustave
Flauberts ironische Kirchenkritik.
Literarisch interessierte
Christen, die Freude an einem ironisch-kritischen Umgang mit der
christlichen Tradition haben, kommen mit diesen Essays voll auf ihre
Kosten.